Studienaufruf zur
»Unfolding Space« Navigationshilfe

Liebe Studieninteressierte,

auf dieser Seite finden Sie neben dem allgemeinen Studienaufruf und Hintergrundinformationen zum Ablauf der Studie auch die Möglichkeit, Kontakt zu mir aufzunehmen und sich um die Teilnahme zu bewerben.
Wenn Sie sich nur über das untersuchte Device und das zugrundeliegende Projekt informieren möchten oder Sie direkt Kontakt aufnehmen möchten, können Sie auf die entsprechende Schaltfläche unter diesem Textfeld klicken.

Ich führe Sie nun durch die Details der Studie,
Jakob Kilian (Untersucher der Studie)

Status der Studie

Übersicht

Studienaufruf mit Bild des Prototypen und Logos der Verantwortlichen Institute

Kurzbeschreibung

Der »Unfolding Space« Handschuh ermöglicht es, die Tiefe des umliegenden Raumes per Vibration zu erspüren. Blinden und sehbehinderten Nutzern und Nutzerinnen soll damit die Hinderniserkennung und Navigation in unbekannten Umgebungen erleichtert werden. 

Eckdaten der Studie

Das Konzept soll nun in einer empirischen Studie evaluiert werden:

  • 3 Sitzungen zu je circa 2 Stunden
    • Erlernen des Umgangs
    • Absolvieren von Testläufen
  • Freie Terminwahl
  • Entschädigung von 10€ pro Stunde

Teilnahme an der Studie

Es werden sowohl sehende als auch sehbehinderte (bzw. blinde) Teilnehmer und Teilnehmerinnen gesucht.

Die Studie läuft von August bis September im Raum Köln (abhängig vom Verlauf der Covid19-Pandemie – Siehe Punkt “Planungslage & Covid”)

Aufruf

Im Zuge meiner Masterarbeit führe ich eine Studie mit einem neuentwickelten Handschuh durch, welcher dreidimensionale Informationen über die Umgebung als haptisch-fühlbare Vibrationsmuster auf dem Handrücken bereitstellt. Damit soll es sehbehinderten und blinden Personen erleichtert werden, Hindernisse frühzeitig wahrzunehmen und zu umgehen, sowie eine bessere Vorstellung der Umgebung zu bekommen.
Wenn es die Lage der  Covid19-Pandemie zulässt, werden daher im Zeitraum von Anfang August bis Ende September blinde oder stark sehbehinderte sowie sehende Versuchspersonen aus dem Raum Köln und Rheinland gesucht, die daran interessiert sind, in drei Sitzungen zu je circa zwei bis drei Stunden den Umgang mit dem Handschuh zu lernen und anschließend in einem Hindernisparcours zu testen. Sehende Personen erlernen neben dem untersuchten Handschuh auch den Umgang mit dem weißen Langstock. Vergütet wird die Teilnahme mit 10€ pro Stunde.
Über die Dauer der drei Sitzungen werden Sie unter Einbeziehung von Pausen die meiste Zeit in Bewegung sein und bei vorliegender Restsehstärke zudem eine präparierte Brille tragen, welche eine vollständige Erblindung simuliert. Bitte bedenken Sie diesen Umstand, wenn sie die Teilnahme in Betracht ziehen.
Wer sich vorstellen kann, an der Studie teilzunehmen – oder einfach mehr über das Thema, das untersuchte Device oder die Studie wissen möchte – kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen (siehe Abschnitt Kontakt). Ich freue mich über Fragen und Anregungen jeder Art.

Hintergründe & Ziele

Wissenschaftlicher Hintergrund

Bei dem untersuchten Handschuh handelt es sich um ein Gerät zur “Sensorischen Substitution”. Dabei handelt es sich um ein Konzept aus der Kognitionswissenschaft, welches stark vereinfacht besagt, dass das Gehirn in der Lage ist, Sinnesreize, die aufgrund von Beeinträchtigungen einer Sinnesmodalität nicht wahrgenommen werden können, mittels einer anderen Sinnesmodalität aufnehmen bzw. substituieren zu können. Im Beispiel des Unfolding Space Handschuhs werden zum Beispiel visuelle Informationen über die Umgebung, welche durch eine Sehbehinderung (oder das Verbinden der Augen) nicht wahrgenommen werden können, als haptische Vibrationsreize auf der Haut bereitgestellt. Mit etwas Übung, so die Theorie, lernt das Gehirn aus diesen haptischen Reizen die visuelle Information herauszulesen und sinnvoll zu nutzen.

Ziel der Studie

Die Studie hat zum Ziel, zu untersuchen, inwiefern der Handschuh das Konzept “Sensorischer Substitution” reproduzieren kann. Es soll betrachtet werden, wie hoch der praktische Nutzen des Geräts in der Hinderniserkennung ist, auf welche Weise die neuartigen Informationen aufgenommen werden und wie die allgemeine Handhabung des Geräts bewertet wird. Um einzelne vergleichende Einordnungen zu ermöglichen, werden auch Tests mit dem weißen Langstock, der unangefochtenen Nummer eins unter den Navigationshilfsmitteln, durchgeführt werden. Es handelt sich bei der Studie jedoch ausdrücklich nicht um einen kompetitiven Vergleich sondern vielmehr um die explorative Erforschung der neuen Sinneswahrnehmungen des Handschuhs, deren Qualität in Relation zu bekannten Hilfsmitteln gebracht werden soll.

Die Erkenntnisse dieser Studie sollen dazu dienen, das Gerät selbst aber auch andere Hilfsmittel effizient weiterentwickeln zu können. Die Ergebnisse sind deshalb als Open Access im Internet kostenfrei abrufbar und auch das Gerät selbst ist ebenfalls Open Source und Open Hardware.

Teilnahmevoraussetzungen

Die Studie wird mit zwei Versuchsgruppen mit je circa 10 Personen durchgeführt: Der sehbehinderten bzw. blinden Gruppe A (Visus unter 5% oder Gesichtsfeldrest unter 10°) und der sehenden Gruppe B (Visus größer als 30%). Für die Teilnahme müssen die Vorraussetzungen von Gruppe A oder B erfüllt sein. 

  • Vorliegen einer hochgradigen Sehbehinderung oder Blindheit nach ICD H53-54:
    • entweder bei Sehschärfe mit bestmöglicher Korrektur von weniger als 5%
    • oder bei Gesichtsfeldrest des gesünderen Auges von unter 10°
  • Keine Vorerfahrung mit dem untersuchten Device
  • Vorerfahrung mit dem weißen Langstock 
    • entweder durch regelmäßige Nutzung über mehr als 5 Jahre
    • oder durch Absolvierung eines systematischen Mobilitäts- und Orientierungstrainings
  • Keine oder leichte Sehbeeinträchtigung nach ICD H53-54 (Sehschärfe mit bestmöglicher Korrektur von 30% oder mehr)
  • Keine Vorerfahrung mit dem untersuchten Device
  • Keine Vorerfahrung mit dem weißen Langstock

Außerdem müssen folgende Vorraussetzungen von allen Versuchspersonen erfüllt sein:

  • Mindestalter von 18 Jahren
  • Keine Gehbehinderung – Die Studie ist bspw. nicht für Rollstuhlfahrer:innen ausgelegt
  • Grundlegende körperliche Fitness, um über die Dauer der zweistündigen Sitzung in Bewegung sein zu können
  • Keine Empfindungsstörungen der Haut im Bereich der Hände
  • Kein Herzschrittmacher oder andere aktive medizinische Implantate

Sollten Sie Fragen zu den Vorraussetzungen haben, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren!

Planungslage & Covid

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens als Maßnahme zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie erschweren momentan eine verlässliche Planung der Studie. Aus diesem Grund stehen die folgenden Details unter Vorbehalt der pandemischen Entwicklung in den Wochen bis zum Studienbeginn im August und darüber hinaus. Die Akquise von Versuchspersonen läuft ab sofort, die genaue Terminvergabe aus diesem Grund aber erst Mitte Juli statt.

Nach aktuellem Planungsstand findet die Durchführung der Studie im Gebäude der Köln International School of Design (kurz “KISD”) am Ubierring 40 in 50678 Köln statt. Nächstgelegene Bahnhaltestelle der Kölner Stadtbahn Linien 15, 16 und 17 ist Chlodwigplatz. Außerdem kann ich bei Bedarf die Abholung per Auto und Bahn an anderen Haltestellen (z.B. Hbf oder Messe Deutz) anbieten.

Für den Zugang zum Gebäude ist vermutlich entweder der Genesenenstatus, eine vollständige Impfung oder ein tagesaktueller Antigen-Schnelltest erforderlich. Zudem gelten im Gebäude Hygieneregeln wie das Tragen von Maske. Im Untersuchungsraum selbst können diese unter persönlicher Absprache vermutlich gelockert werden.

Beteiligte Institute und Personen

Die Studie entsteht als Teil meiner Masterarbeit in Kooperation folgender Institute:

  • Das ZEISS Vision Science Lab am Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universitätsklinik / Eberhard Karls Universität Tübingen  
    • Studienleitung & Betreuung der Masterarbeit: Prof. Dr. Siegfried Wahl
    • Untersucher: Alexander Neugebauer
    • Untersucher: Jakob Kilian (Ansprechpartner)
  • Die Köln International School of Design (KISD) als Teil der TH Köln
    • Betreuung der Masterarbeit: Prof. Dr. Lasse Scherffig

Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen geprüft und als unbedenklich eingestuft (Projektnummer 248/2021BO2).

Außerdem werde ich durch die Mobilitätstrainerin Regina Beschta vom Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein e.V. in Fragen zum Einsatz des weißen Langstocks und zu Orientierungstrainings beraten.

Einverständniserklärung mit mehr Details

Vor Teilnahme an der Studie, werden Sie folgende Einverständniserklärung unterschreiben. Gerne erkläre ich die einzelnen Punkte im Gespräch – sollten Sie bereits jetzt weitergehendes Interesse haben, können Sie sich hier die PDF Datei herunterladen und durchlesen.

Dieses Dokument enthält detaillierte Informationen zum Studienablauf und die Einverständniserklärung, die vor Beginn der Studie unterschieben werden muss.

Kontakt & Mitmachen

Sollte Ihr Interesse nun geweckt sein, so freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme per Mail oder Telefon. Alles weitere, Besprechung der Vorraussetzungen, Terminabsprachen und Ähnliches klären wir dann im persönlichen Gespräch.

Sollten Sie Fragen haben, Anregungen oder Kritik, wenden Sie sich ebenfalls gerne an mich!

0163 444 59 14

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